Jährlich passieren in deutschen Badezimmern über 100.000 Sturzunfälle, die stationäre Behandlung erfordern. Der häufigste Ort: Ein- und Ausstieg aus der Badewanne. Dabei ist die Lösung bekannt – und wird von Pflegekasse und KfW sogar gefördert.

Das Risiko der Badewanne

Das Ein- und Aussteigen aus einer Standardbadewanne erfordert eine Hüftbewegung, die bei eingeschränkter Mobilität zur echten Gefahr wird. Bei nächtlichem Aufstehen, Schwindel oder Gleichgewichtsproblemen wird die Badewanne zur Falle.

Was macht eine barrierefreie Dusche aus?

Die DIN 18040-2 legt klare Standards fest: Mindestgröße 90x90 cm (besser 120x120 cm), schwellenloser Einstieg (maximal 2 cm Höhe), rutschsicherer Boden (R12-Klassifizierung), Sprühschutz ohne Glastür, Haltegriff und klappbarer Duschsitz.

💡 Tipp: Eine bodengleiche Dusche ab 120x120 cm bietet ausreichend Platz für Pflegepersonen und Sitzhilfen – das ist oft die medizinisch klügere Wahl.

Muss man die Wanne wirklich entfernen?

Nicht zwingend – aber oft die sinnvollste Lösung. Eine Wanne bleibt sinnvoll wenn: die Pflegebedürftige Person nicht selbst duscht, der Raum groß genug für beides ist, und die medizinische Indikation es erlaubt.

Kosten und Förderung

Der Umbau einer normalen Wanne auf eine bodengleiche Dusche kostet je nach Bausubstanz 3.500 bis 8.500 Euro. Davon übernimmt die Pflegekasse bis zu 4.000 Euro, die KfW bis zu 6.250 Euro. In günstigen Fällen ist das Bad zum Nulltarif barrierefrei.